Nach und nach verschwimmen die Tage ineinander. Ist heute Sonntag? Oder Montag? Oder vielleicht doch erst Samstag? Auf hoher See spielt das einfach keine Rolle.
Zurück auf dem Boot beginnen wir direkt damit unsere Dieselvorräte zu füllen. Lustlos halte ich den Füllstutzen in den Tank, als auf einmal ein dunkler Schatten unter unserem Boot hindurchzieht. Was war das?!
Ich war übermüdet, meine Kabine voll Wasser, das Wetter beschissen, mein Laptop für die Tonne und obendrein saß ich in einer gottverdammten Nussschale irgendwo auf dem Atlantik fest.
Das Fazit des ersten Tages: Ein gerissenes Segel, eine blockiere Schiffsschraube, eine gerissene Leine und eine vollkommen erschöpfte, teils seekranke, Crew – das fängt ja gut an!
Ein goldener Sonnenschein glitzert am Morgen durch das schmale Fenster meiner kleinen Kabine. Noch immer fühlt es sich ein bisschen surreal an hier aufzuwachen.
Plötzlich legt Simon eine Vollbremsung hin und springt aus dem Auto. Ich brauch einige Sekunden bis ich weiß, was los ist: Wenige Meter vor unserem Auto sonnt sich eine „Cape Cobra“ auf der Schotterstraße.
Am Nachmittag beginne ich damit passende Flüge rauszusuchen. Inzwischen hatte ich mich damit abgefunden, dass der Traum von der „Weltreise ohne Geld und ohne Flugzeug“ nun geplatzt zu sein schien.
Meine einzige noch Hoffnung machende Chance, über den Atlantik zu kommen, besteht aus dem Katamaran. Allerdings würde der erst Mitte Februar ablegen – und mein Visum endete ja bekanntlich mit dem 30. Januar.
Simon, der Südafrikaner den ich in Grootfontein auf dem Campingplatz nahe des Hoba Meteoriten getroffen hatte, hatte mich eingeladen Ihn für ein paar Tage besuchen zu kommen.
Am 30. Januar läuft mein 90-tägiges Touristen-Visum aus. Mir verbleiben also noch exakt 29 Tage bis ich Südafrika verlassen müsste – die Uhr tickt, der Countdown läuft.