Montag 15. Juni 2026
Nach gerade einmal vier Tagen ohne Supermarkt herrschte an Bord seit gestern Abend Biernotstand – auf einem Segelboot gibt es kaum ein schlimmeres Szenario! Wohin die drei Kisten, die wir in Savusavu gekauft hatten, verschwunden waren, konnte sich keiner erklären. Mike schickt Tony und mich am Morgen also ins Dorf. Wir sollten jemanden finden, der uns zum nächstgelegenen – das heißt knapp eine Stunde entfernten – Laden fahren könne und dort vier Kisten Bier kaufen. Tatsächlich müssen wir nicht lange nach einem Fahrer suchen und düsen schon bald über holprige Schotterwege in Richtung Zivilisation. Nach 45 Minuten erreichen wir die Hauptstraße und damit geteerten Grund, wenig später taucht dann auch ein kleiner Kiosk am Straßenrand auf. Hier kaufen wir den Biervorrat leer und nehmen noch einen Fußball für die Kinder im Dorf mit, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Zurück im Dorf, lädt uns die Familie des Fahrers noch zum Frühstück ein. Auf dem Boden einer der Hütten sitzend, probieren wir uns durch eine Vielzahl lokaler Speisen, die man unseretwegen aufgetragen hatte. Erst am späten Vormittag machen wir uns auf den Rückweg aufs Boot, wo Mike bereits auf uns wartet. Während Tony und ich die Begegnung mit den Dorfbewohnern schätzten, schien Mike das zu viel Trubel zu sein und so drängte er zum Aufbruch in Richtung der nächsten Insel. Wie gewohnt drücke ich den Knopf, um den Anker zu heben, unmittelbar setzt sich die Ankerkette in Bewegung, dann stoppt sie plötzlich und das Surren der Winsch verstummt. Ich drücke erneut und erneut … nichts! Unsere Ankerwinsch hatte ihren Geist aufgegeben! Meter für Meter müssen wir die gut 80 Meter lange Stahlkette also von Hand an Bord ziehen. Inklusive des Ankers sprechen wir hier von einem Gewicht von über 200 Kilogramm – den Widerstand, den der im schlammigen Grund verankerte Anker erzeugt, noch nicht mit einberechnet. Die Kette ist glitschig, die Spannung auf ihr enorm. Sollten unsere Finger zwischen Kette und Boot landen, so wäre es um sie geschehen. Es ist ein Kraftakt, bis der Anker schließlich an Deck ist. Wie fast jedes Mal, wenn wir Segeln, beginnt es kurz nachdem wir aufgebrochen sind zu regnen, doch die nächste Insel ist nicht weit. Yadua ist bereits zu sehen, als ein Fisch anbeißt – ein weiterer Wahoo. Diesmal bin ich mit dem Ausnehmen an der Reihe und mache unter Tonys Anleitung Filets aus dem Tier. Auch das Ankern stellt sich ohne funktionstüchtige Winsch als schwierig heraus. Die Kette läuft frei. Nimmt sie einmal Fahrt auf, so rattert sie innerhalb von Sekunden so unglaublich schnell ins Wasser, dass sie sich kaum noch kontrollieren lässt. Immerhin unsere Ankerbucht ist traumhaft, das Wasser ist deutlich klarer als noch in Vanua Levu, palmengesäumte Strände zieren das Ufer. Das sieht doch schon mehr nach Fidschi aus!
Dienstag 16. Juni 2026
Nach gerade einmal vier Tagen ohne Supermarkt herrschte an Bord seit gestern Abend Biernotstand – auf einem Segelboot gibt es kaum ein schlimmeres Szenario! Wohin die drei Kisten, die wir in Savusavu gekauft hatten, verschwunden waren, konnte sich keiner erklären. Mike schickt Tony und mich am Morgen also ins Dorf. Wir sollten jemanden finden, der uns zum nächstgelegenen – das heißt knapp eine Stunde entfernten – Laden fahren könne und dort vier Kisten Bier kaufen. Tatsächlich müssen wir nicht lange nach einem Fahrer suchen und düsen schon bald über holprige Schotterwege in Richtung Zivilisation. Nach 45 Minuten erreichen wir die Hauptstraße und damit geteerten Grund, wenig später taucht dann auch ein kleiner Kiosk am Straßenrand auf. Hier kaufen wir den Biervorrat leer und nehmen noch einen Fußball für die Kinder im Dorf mit, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Zurück im Dorf, lädt uns die Familie des Fahrers noch zum Frühstück ein. Auf dem Boden einer der Hütten sitzend, probieren wir uns durch eine Vielzahl lokaler Speisen, die man unseretwegen aufgetragen hatte. Erst am späten Vormittag machen wir uns auf den Rückweg aufs Boot, wo Mike bereits auf uns wartet. Während Tony und ich die Begegnung mit den Dorfbewohnern schätzten, schien Mike das zu viel Trubel zu sein und so drängte er zum Aufbruch in Richtung der nächsten Insel. Wie gewohnt drücke ich den Knopf, um den Anker zu heben, unmittelbar setzt sich die Ankerkette in Bewegung, dann stoppt sie plötzlich und das Surren der Winsch verstummt. Ich drücke erneut und erneut … nichts! Unsere Ankerwinsch hatte ihren Geist aufgegeben! Meter für Meter müssen wir die gut 80 Meter lange Stahlkette also von Hand an Bord ziehen. Inklusive des Ankers sprechen wir hier von einem Gewicht von über 200 Kilogramm – den Widerstand, den der im schlammigen Grund verankerte Anker erzeugt, noch nicht mit einberechnet. Die Kette ist glitschig, die Spannung auf ihr enorm. Sollten unsere Finger zwischen Kette und Boot landen, so wäre es um sie geschehen. Es ist ein Kraftakt, bis der Anker schließlich an Deck ist. Wie fast jedes Mal, wenn wir Segeln, beginnt es kurz nachdem wir aufgebrochen sind zu regnen, doch die nächste Insel ist nicht weit. Yadua ist bereits zu sehen, als ein Fisch anbeißt – ein weiterer Wahoo. Diesmal bin ich mit dem Ausnehmen an der Reihe und mache unter Tonys Anleitung Filets aus dem Tier. Auch das Ankern stellt sich ohne funktionstüchtige Winsch als schwierig heraus. Die Kette läuft frei. Nimmt sie einmal Fahrt auf, so rattert sie innerhalb von Sekunden so unglaublich schnell ins Wasser, dass sie sich kaum noch kontrollieren lässt. Immerhin unsere Ankerbucht ist traumhaft, das Wasser ist deutlich klarer als noch in Vanua Levu, palmengesäumte Strände zieren das Ufer. Das sieht doch schon mehr nach Fidschi aus!
Mittwoch 17. Juni 2026
Gleich nach dem Aufstehen geht es mit dem Ankerketten-Workout los und wir wechseln in die nächste Bucht. Dort angekommen gehen Tony und ich eine Runde tauchen, bevor wir dann beschließen einen Strandtag zu machen. Ausgestattet mit Machete, Hängematte und Harpune verbringen wir den Tag also an dem kleinen Bilderbuch-Strand der Bucht. Wir machen ein Lagerfeuer, klettern einem Fluss folgend durch den Dschungel, knacken so viele Kokosnüsse, dass wir diese irgendwann nicht mehr sehen können und lesen. Toni versucht sich einige Stunden am Speerfischen, bleibt aber erfolglos und so müssen wir, als der Tag sich dem Ende neigt ein Teil unseres Wahoos vom Boot holen, den wir dann über dem Feuer grillen. Erst als die Moskitos unerträglich werden und das einlaufende Wasser unserem Feuer immer näherkommt, machen wir uns auf den Rückweg zum Boot.
Donnerstag 18. Juni 2026
Wir stehen am Morgen vor zwei Optionen: Erneut eine Bucht weiterziehen oder schon heute die Tagesetappe zur nächsten Inselgruppe angehen. Erschöpft vom täglichen Ankerplatzwechseln ohne funktionstüchtige Winsch, ist die Wahl schnell getroffen. Wir machen das Boot startklar, setzen die Segel und schippern dem Horizont entgegen. Unser Ziel waren die Yasawa Islands, eine 80 Kilometer lange Inselkette im Nordwesten Fidschis, die als einer der schönsten Teile des Inselstaates gilt. Während wir uns mit stetigen sechs Knoten unserem Ziel nähern, kümmert Mike sich darum eine neue Ankerwinsch aufzutreiben – in Tasmanien wird er fündig. Die Lieferzeit beträgt jedoch mindestens drei Wochen dazu käme dann anschließend der Marina-Aufenthalt, um die Winsch einzubauen – wir würden also noch mindestens einen Monat in Fidschi verbringen. Gegen Mittag tauchen die Umrisse von Yasawa am Horizont auf, der Wind frischt ein wenig auf, so dass wir den bisher laufenden Motor abstellen und segeln können. Im Sonnenuntergang umrunden wir schließlich das nördliche Ende des Archipels und ankern wenig später in der erstbesten Bucht.
Freitag 19. Juni 2026
Auch in dieser Bucht müssen wir wieder ein Sevusevu machen, um hier ankern zu dürfen. Mit einem Päckchen Kava-Wurzeln machen Tony und ich uns also auf den Weg in das am Rande der Bucht gelegene Dorf und finden bald eine Gruppe Menschen, die um einige große auf Lagerfeuern brodelnde Kochtöpfe sitzt. Auf unsere Frage, wo wir den Dorfältesten finden, bittet einer der Männer uns ihm doch einfach das Kavabündel zu geben, er sei der Chief hier, ein anderer sagt der Dorfälteste sei nicht hier, der nächste deutet in die Richtung eines Hauses. Wir sind unsicher, wem wir vertrauen können. Tatsächlich hatten wir auf noforeignland, einer Cruiser-Plattform, gelesen, dass sich in diesem Dorf schon häufiger Leute fälschlicherweise als Älteste ausgegeben haben, um so an Kava zu kommen. Wir suchen also weiter das Dorf ab und finden bald eine zweite uns deutlich vertrauenswürdiger erscheinende Gruppe, die ebenfalls mit Kochen beschäftigt ist. Hier ist auch der Dorfälteste dabei. Wir überreichen unser Kava-Bündel und werden zum Frühstück eingeladen. Man erzählt uns, dass im Dorf gestern zwei Leute gestorben seien, heute Abend gebe es eine große Feier, deshalb seien hier grade alle am Kochen. Als wir uns auf den Rückweg machen, treffen wir noch einen weiteren Local, der in einem traditionellen Erdofen, einem sogenannten Lovo, ein Schwein zubereitet.
Samstag 20. Juni 2026
Ich widme mich am Vormittag meinem Blog. Tony schraubt derweil die Ankerwinsch auseinander, in der Hoffnung diese lasse sich reparieren. Da der Defekt unmittelbar, nachdem er das Öl der Winsch gewechselt hatte entstanden war, fürchtete er einen Zusammenhang. Schnell zeigt sich, dass das Problem mechanischen Ursprungs zu sein scheint – der Elektromotor ist funktionstüchtig. Und nachdem die Winsch einmal in alle Einzelteile zerlegt, diese gereinigt und dann wieder zusammengesetzt sind, funktioniert sie tatsächlich wieder. Die Freude ist groß! Da die Winsch allerdings schon über 20 Jahre auf dem Buckel hat, entscheiden wir uns trotzdem auf die bestellte neue Winsch zu warten. Da wir nun wieder eine funktionstüchtige Winsch haben, können wir trotz des anhaltenden starken Windes unseren Ankerplatz wechseln. Davon machen wir direkt Gebrauch und wechseln am frühen Nachmittag in eine besser geschützte Bucht ein kleines Stück weiter. Spontan springen wir ins Wasser und gehen an einem Riff direkt neben unserem Boot schnorcheln. Was wir dort finden, verschlägt uns die Sprache: Das Riff ist eines der gesündesten, die wir gesehen haben, das Wasser glasklar und überall führen Tunnel zwischen den Korallenblöcken des Riffs hindurch. Wir haben einen unglaublichen Spaß dabei, in die Tunnel zu tauchen, durch einige kann man sogar ganz hindurchtauchen. Das Riff scheint so perfekt, dass man meinen könnte es sei ein künstlich angelegter Unterwasser-Spielplatz. Eine ganze Stunde erkunden wir Swim-Through um Swim-Through, bevor wir zum Boot zurückschwimmen und zum Abendessen grillen.
Sonntag 21. Juni 2026
Das Schnorcheln an dem Riff gestern hatte uns so sehr begeistert, dass wir dort heute unbedingt nochmal tauchen gehen wollten – diesmal mit Equipment. Und so gehen wir am frühen Vormittag zu dritt ins Wasser. Der Tauchgang ist großartig! Wir entdecken noch zahlreiche weitere Tunnel, Überhänge und Swim-Throughs. Die meisten von ihnen sind groß genug, damit man auch mit Tauchausrüstung hindurch passt. Jedes Mal, wenn man aus einem der Swim-Throughs rauskommt, tut sich vor einem schon der nächste spannende Bereich auf. Das Sonnenlicht glitzert zwischen den Korallenblöcken hindurch. Nach einer knappen Stunde unter Wasser kommen wir freudestrahlend zurück an die Oberfläche und sind uns einig, dass wir erst ein Bruchteil des Riffs erkundet haben – wir könnten hier eine ganze Woche bleiben und es würde nicht langweilig werden. Um die Mittagszeit fahren Tony und ich mit dem Dinghy an den Strand, um ein wenig Feuerholz für unseren Grill zu sammeln. Nachdem alle mitgebrachten Taschen voll sind, folgen wir einem kleinen Trampelpfad ins Dickicht und landen nach einer halben Stunde, die wir durchs Unterholz gekraxelt sind, schließlich in einem luxuriösen All-Inklusive-Resort. Zurück auf dem Boot machen wir uns für einen zweiten Tauchgang fertig. Diesmal gehen wir auf der Nordseite der Bucht ins Wasser. Auch hier finden wir ein gesundes Korallenriff und einige kleinere Tunnel und Gänge zwischen den Korallenblöcken – doch die Sicht ist etwas trüber und der Spot bei weitem nicht so cool, wie der vom ersten Tauchgang. Am Abend Grillen wir – auf dem Menü stehen Fisch-Tacos – und gucken anschließend einen Film – zum ersten Mal habe ich die Ehre, diesen auszusuchen.























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