Ich wache auf einer platten Isomatte auf. Mist! Entweder hatte ich bei meinen Flickversuchen ein Loch übersehen oder der Schimmel hatte die Isomatte irreversibel ruiniert. Trotzdem starte ich gut gelaunt in den Tag – die Tatsache, dass es in der Marina scheinbar tatsächlich einige aktiv Crew suchende Boote gab, dass ich überhaupt wieder in die Marina reingekommen war und dass mich mehrere Leute auf ein und dasselbe Boot hingewiesen hatte, stimmte mich überaus positiv! Ich mache mir zum Frühstück ein wenig Instant-Oatmeal, steige wieder in meine guten – das heißt lochfreien – Klamotten und laufe dann wieder in die Marina. Auf dem englischen Boot, auf das mich mehrere Leute hingewiesen hatten, treffe ich wieder keinen an, also setze ich mich ein wenig in die Sitzecke vor dem Marina-Shop und warte. Als sich mein Handy mit dem Marina-WLAN verbindet, ploppt eine Nachricht auf. Eine portugiesische Nummer: „Hi Felix, still interested in crewing a boat to Polynesia? I have a place for you.“ – ich frage nach weiteren Details. Bis zum späten Vormittag bleibe ich noch in Shelter Bay und hoffe darauf die englische Seglerin anzutreffen, mit der ich sprechen wollte, doch sie taucht nicht auf. Per Anhalter mache ich mich also auf den Weg zurück nach Colon und von dort mit dem Bus schließlich wieder nach Panama City, wo ich in mein bisheriges Hostel zurückkehre. Am Nachmittag erhalte ich dann eine Antwort von dem portugiesischen Segler: Es handelte sich um ein Pärchen, das seit drei Jahren auf ihrem 40ft (12,2m) Katamaran lebte und mit ihm um die Welt segelte. Sie suchten nach Crew für die Transpazifik-Passage bis zu den Marquesas-Inseln, der ersten Inselgruppe in Französisch-Polynesien. Am 20. Februar solle es losgehen! In meinen Augen klang das alles sehr gut und so vereinbarten wir, dass wir uns am Mittwoch in Shelter Bay treffen würden, um uns kennenzulernen und ich sie Anfang der folgenden Woche auf dem Weg durch den Panamakanal unterstützen würde. Den gesamten restlichen Tag grinse ich wie ein Honigkuchenpferd – ich hatte nach nur zwei Tagen Suche ein Boot über den Pazifik gefunden! Wow! Als ich am Abend im Bett liege, kann ich nicht einschlafen, so aufgeregt bin ich. Bis nach Mitternacht gucke ich mir die Karte an, google Dinge über Marquesas und gucke mir Bilder des Katamaran-Modells an.
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